80 Jahre Wahlers Forsttechnik

Von der Dorfschmiede erfolgreich in den Wald. 80 Jahre Wahlers Forstechnik

Den Grundstein für das Unternehmen bildete die 1935 von Johann Wahlers gegründete Dorfschmiede in Lauenbrück, einem kleinen Ort direkt an der Bahnlinie zwischen Hamburg und Bremen. Insbesondere in den ersten Jahren nach dem Krieg wurden dort alle Reparaturen erledigt, die ein Dorfschmied machen konnte. Improvisationstalent war gefragt, um insbesondere die Maschinen für die Landwirtschaft unter den kargen Gegebenheiten der Nachkriegszeit am Laufen zu halten.

Schon als kleiner Junge arbeitete der Sohn Hans Wahlers in dem elterlichen Betrieb mit. Nach erfolgreicher Meisterprüfung übernahm dieser das Unternehmen von seinem Vater und baute es konsequent aus. Neben dem Landmaschinenhandel und dem Service für Tiefbaumaschinen spezialisierte sich das Unternehmen auf den Bau von Verkaufswagen für Jahrmärkte. Es waren die ersten ihrer Art mit komplett selbsttragendem Kunststoffdach - damals absolut eine Innovation.

Der Sturm "Wiebke" 1972 brachte das Unternehmen zur Forsttechnik. Damals kamen viele skandinavische Unternehmer mit ihren Maschinen nach Deutschland und Hans Wahlers war mit seinem vollständig ausgerüsteten Werkstattwagen so ziemlich als einziger in der Lage, auch größere Reparaturen im Wald durchzuführen. Das sprach sich schnell herum. So lernte Hans Wahlers auch finnische Unternehmen kennen. Sie erwiesen sich als verlässliche und auch trinkfeste Partner. Eine sicherlich gute Grundlage für die spätere Zusammenarbeit mit Ponsse.

 

 

Die Folgen des Sturms stellten damals auch besondere Anforderungen an die Forsttechnik. Ein Problem war die Flächenräumung von Reisig und Astmaterial. In enger Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Maschinenstützpunkt Rotenburg / Wümme wurde 1972 deshalb das legendäre "Räumfix" entwickelt. Bis heute wurden über 480 "Räumfix" gebaut und in die ganze Welt verkauft und auch heute noch wird eine Handvoll Geräte gebaut und verkauft. Geräte zur Bodenvorbereitung und Pflanzung rundeten das Produktsortiment ab. In den 80er Jahren begann die Zeit der maschinellen Holzernte und es war auch die Zeit der Prozessoren für den Dreipunkt-Anbau. Wahlers Forsttechnik übernahm den Vertrieb der finnischen Anbauprozessoren von der Firma Tuiko und kam so zum ersten Mal mit den Besonderheiten der maschinellen Holzaufarbeitung in Kontakt. Die Probleme bei der Vermessung des Holzes während der Aufarbeitung durch den Prozessor schienen nahezu unlösbar. Zu diesem Zeitpunkt kam der heutige Geschäftsführer Michael Rathjen in das Unternehmen und kümmerte sich um die Lösung dieses und anderer technischer Probleme.

1990 lieferte Wahlers den ersten Harvester "Biber" auf Basis des Atlas-Radladers 72C mit Grängärde-Harvesterkopf und Mowi-Parallelkran aus. Die Maschine wurde bei Wahlers komplett aufgebaut und auch das Vermessungssystem und die Maschinensteuerung war selbst entwickelt. Aus heutiger Sicht waren die mit dem Bau des Bibers gewonnenen Erfahrungen eine wesentliche Grundlage für den professionellen Service bei den Ponsse-Maschinen. Viele der auf die Erst- und Zweitdurchforstung spezialisierten Biber-Harvester sind heute noch im Einsatz. Mit dem Bau des Bibers stellte sich allerdings auch bald heraus, das die Produktpalette relativ schnell mit größeren Harvestern und auch mit Rückezügen komplettiert werden musste. Im Anschluss an Gespräche auf der Elmia wurde 1993 mit Ponsse vereinbart, dass Wahlers Forsttechnik den Vertrieb und den Service für die Ponsse-Forstmaschinen in Deutschland übernimmt.

Die ersten Aktivitäten mit den in Deutschland nahezu unbekannten Maschinen begannen praktisch bei Null. Die Bekanntheit insbesondere der Harvester stieg allerdings mit der Präsentation des Harvester-Vermessungssystem Ponsse Opti auf der Interforst rasant an. Es war das erste Vermessungssystem auf PC-Basis, das die Möglichkeit einer HKS-konformen Vermessung bot. Das Volumen der vom Harvester aufgearbeiteten Abschnitte konnte somit erstmals vom Bordcomputer auf Basis es sog. Mittendurchmessers und der Verkaufslänge ermittelt werden. Es stand damit das erste Mal ein automatisches vom Harvester ermitteltes und brauchbares Kontrollmaß zur Verfügung.

Dieses absolute Novum wurde von Wahlers in enger Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Forstamt Unterlüß entwickelt. Der heutige Geschäftsführer Ralf Dreeke kam zu diesem Zeitpunkt nach erfolgreichem Maschinenbaustudium und fünfjähriger Tätigkeit in einem internationelen Beratungsunternehmen zu Wahlers Forsttechnik und konnte aufgrund seiner Erfahrung im EDV-Bereich maßgeblich an der Realisierung der HKS-konformen Vermessung mitarbeiten.

Bis heute ist die Anpassung des Harvester-Vermessungssystems an die hiesigen Anforderungen und insbesondere die Programmierung und der Vertrieb von speziell für den Einsatz in Deutschland konzipierter Forstmaschinen-Software ein elementarer Bestandteil von Wahlers Forsttechnik. Dabei setzt man auf die enge Zusammenarbeit mit den Kunden. Auch individuelle Programmierungen werden von den firmeneigenen Softwareexperten realisiert - beispielsweise die automatische Erfassung und Konsolidierung der Holzmengen und der Einsatzzeiten aller Harvester bei den niedersächsischen Landesforsten oder bei Zellstoff Stendal.

Die Eröffnung des Geschäftsstelle Süddeutschland in Uffenheim 1999 in zentraler Lage direkt an der A7 südlich von Würzburg und der Sturm "Lothar" zu Beginn des Jahres 2000 brachten den nächsten Schub für das Unternehmen. Mit dem Stützpunkt in Uffenheim war man natürlich viel näher an den im Sturmgebiet tätigen Maschinen als vom norddeutschen Lauenbrück aus. Auch bei den Stürmen in den folgenden Jahren ließ Wahlers Forsttechnik seine Kunden nicht alleine.